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Kindertagespflege

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Tätigkeitsbegleitende Fortbildung für Tagespflegepersonen

Qualifizierungsmodul:
Stressvermeidung und Stressbewältigung in der Kindertagespflege


Einführung

Einführung in das Qualifizierungsmodul
Die Kindertagespflege ist ein wichtiger Baustein im Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren. Damit verknüpft ist auch die Erwartung, dass Tagespflegepersonen mehrere Kinder aufnehmen und ihre Betreuungszeiten ausweiten. Aber nicht nur die Anzahl der Kinder und die täglichen Betreuungszeiten, sondern auch das Zusammenspiel von Anforderungen in der pädagogischen Arbeit, wie in der Verhaltens- und Beziehungsebene, in der Arbeit mit den Eltern, der meist isolierten Arbeitssituation sowie bezüglich der Rahmenbedingungen und des eigenen Anspruchs an die Rolle Tagesmutter oder Tagesvater, beeinflussen das physische und psychische Leistungsvermögen und können zu Belastungen führen. Jedoch gibt es bisher kaum Angebote für Tagespflegepersonen, die sie dabei unterstützen, Stressfaktoren zu erkennen und abzubauen sowie vorhandene Ressourcen zu stärken.

Das Qualifizierungsmodul Stressvermeidung und Stressbewältigung in der Kindertagespflege setzt da an und verbindet theoretisches Wissen mit praktischen Empfehlungen, um einerseits qualitätsorientiert und nachhaltig Kindern und Eltern Kontinuität und Sicherheit zu geben und andererseits den Tagespflegepersonen Arbeitszufriedenheit und Bestätigung zu vermitteln. Für einen guten Arbeitsprozess in der Fortbildungsgruppe werden die Kompetenzen der einzelnen Teilnehmer/-innen, ihr Wissen, ihre Haltung, ihr Verständnis und ihre (Arbeits-)Erfahrung und Routine mit kleinen Kindern einbezogen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Teilnehmer/-innen haben einen gleichberechtigten Platz in der Gruppe.

Aufbau des Qualifizierungsmoduls - Ziele und Inhalte
Ziel der tätigkeitsbegleitenden Fort- und Weiterbildung ist es, die berufliche Entwicklung der Tagespflegepersonen im Bereich der Kindertagespflege zu unterstützen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu fördern sowie ihre Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Der Aufbau des Qualifizierungsmoduls gibt die Struktur, den Ablauf und die Lernziele vor. Die Qualifizierung gliedert sich in vier Blöcke à sechs Unterrichtseinheiten(UE) und hat so einen Umfang von 24 UE. Dabei gilt zu beachten, dass nach dem dritten Block mindestens 4 bis 6 Wochen pausiert wird, um Raum für die Erprobung des Unterstützungssystems Tandem zu geben.

Die Zeitangaben sind als Empfehlungen für eine Gruppengröße von 14 Teilnehmern/ Teilnehmerinnen zu verstehen und können je nach Interessenlage der Teilnehmer/-innen und Gruppengröße etc. variieren. Aus diesem Grund gibt es auch keine Vorgaben für die Pausen, die individuell von dem Fortbildner oder der Fortbildnerin eingepasst werden können. Die Seminarblöcke sind so aufgebaut, dass genügend Zeit und Raum für Fragen, Alltagserfahrungen sowie Praxisreflexion gegeben sind, damit Impulse zu Veränderungen im beruflichen und privaten Alltag bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ankommen. Neben den Vorschlägen zur methodischen Umsetzung der Inhalte ist der Einsatz eigener/anderer Materialien ausdrücklich gewünscht. Qualifikationsziele der tätigkeitsbegleitenden Fortbildung sind die Erweiterung der eigenen Fach- und Handlungskompetenz sowie der sozialen und personalen Kompetenz. Das bedeutet, dass die Tagespflegeperson:

  • den Stressbegriff sowie Ursachen von Stress kennt,
  • (Aus-)Wirkungen von Stress/Stressreaktionen auf den Organismus kennt,
  • typische Stresssituationen erkennt und diese reflektiert,
  • das eigene pädagogische Handeln reflektiert,
  • einen Überblick über verschiedene Methoden der Stressbewältigung hat,
  • die Bedürfnisse und Interessen der Kinder erfasst,
  • die eigenen Bedürfnisse und Grenzen kennt,
  • über ein Verständnis des Zusammenwirkens von Tagespflegeperson und Eltern für die Arbeit mit den Kindern verfügt,
  • weiß, wo sie Unterstützung in schwierigen Situationen und Fällen bekommt.
Anforderungen an Fortbildnerinnen und Fortbildner
Eine gelungene und nachhaltige tätigkeitsbegleitende Fort- und Weiterbildung ist daran geknüpft, dass die Fortbildner/-innen sich durch Fachkompetenz auszeichnen. Erfahrungen mit der Methodik und Didaktik der Erwachsenenbildung sowie der Umgang mit gruppendynamischen Prozessen sind die Voraussetzungen, um das Qualifizierungsmodul zielgruppenorientiert durchzuführen. Im Rahmen des Aktionsprogramms Kindertagespflege wurde ein Gütesiegel für Bildungsträger im Bereich Kindertagespflege entwickelt. In dem Qualitätsbereich Fortbildner/-innen des Gütesiegels wurden Qualitätskriterien formuliert, die auch auf die tätigkeitsbegleitende Fort- und Weiterbildung übertragbar sind.

Um das Wissen und die Erfahrungen festzuhalten, ist es ein Bestandteil der tätigkeitsbegleitenden Fortbildung, dass die Teilnehmer/-innen ihr individuelles Lerntagebuch führen.1 Damit soll erreicht werden, dass sich die Teilnehmer/-innen bedarfs- und bedürfnisorientiert mit den eigenen Lerngegenständen auseinandersetzen.


1 Zur Einführung siehe 1. Seminarblock


Hinweise zu den Symbolen des Qualifizierungsmoduls:

Einführung Auswertung
Übung Empfehlung, Anmerkung und Hinweis

Erstellt von: DJI (Deutsches Jugendinstitut)


[http://www.fruehechancen.de/394] - 18.05.2012
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